Koloskopie als „Pickerl“ fĂŒr die Darmgesundheit: Vorsorge kann Leben retten

Pressemitteilung

Die Gesundheit unseres Darms verdient mindestens so viel Aufmerksamkeit wie die regelmĂ€ĂŸige Wartung eines Autos. WĂ€hrend das „Pickerl“ beim Fahrzeug selbstverstĂ€ndlich ist, wird die Vorsorge beim eigenen Körper zu oft vernachlĂ€ssigt. Die KAGes macht daher auf die Bedeutung der Darmgesundheit und insbesondere der Darmkrebsvorsorge aufmerksam.

Symbolbild zum Thema Darmgesundheit
© AdobeStock/Kzenon

„Der Darm ist ein hochkomplexes Organ mit zahlreichen Aufgaben, die weit ĂŒber die Verdauung hinausgehen“, erklĂ€rt Primar Dr. Heinrich Leskowschek vom LKH Hochsteiermark. Neben der Aufnahme von NĂ€hrstoffen reguliert er den Wasser- und Elektrolythaushalt und spielt eine zentrale Rolle im Immunsystem.

Ein wesentlicher Bestandteil ist das sogenannte Mikrobiom – Milliarden von Mikroorganismen, die in einem sensiblen Gleichgewicht stehen. Dieses System beeinflusst nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch das psychische Wohlbefinden. Nicht umsonst wird der Darm oft als „Spiegel der Seele“ bezeichnet.

Vorsorge statt Reparatur: Warum frĂŒhzeitige Aufmerksamkeit zĂ€hlt

Viele Menschen beschĂ€ftigen sich erst mit ihrem Darm, wenn Beschwerden auftreten oder – um bei dem Auto-Beispiel zu bleiben – wenn eine Warnanzeige aufblinkt. Dabei gilt: Je komplexer ein System, desto wichtiger ist dessen Pflege.

Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener ErnĂ€hrung, Bewegung, Verzicht auf Nikotin und maßvollem Alkoholkonsum unterstĂŒtzt die Darmgesundheit wesentlich. Ebenso wichtig ist ein regelmĂ€ĂŸiges Stuhlverhalten ohne Beschwerden oder sogenannte Alarmzeichen wie Blut im Stuhl oder anhaltende Schmerzen.

Auch Kontinenz,- und Stomaberaterin DGKP Claudia Siegmund, Leiterin der Stoma,- u. Kontinenz Ambulanz am Standort Leoben, betont: „Darmgesundheit bzw. Probleme mit der Stuhlausscheidung sind nach wie vor ein Tabuthema. Viele Betroffene leiden jahrelang still. Dabei kann oft schon mit einfachen Maßnahmen die LebensqualitĂ€t deutlich verbessert werden.“

 

Koloskopie: Das „Pickerl“ fĂŒr den Darm

Die wichtigste Untersuchung zur Darmkrebsvorsorge ist die Darmspiegelung (Koloskopie). Sie ermöglicht es, bereits gutartige Polypen zu erkennen und zu entfernen, bevor daraus Krebs entsteht.

Im Vergleich zu anderen Methoden wie dem Stuhltest (FIT) bietet die Koloskopie den entscheidenden Vorteil: Sie dient nicht nur der FrĂŒherkennung, sondern tatsĂ€chlich der Vorsorge.

Die Zahlen sprechen fĂŒr sich:

  • Senkung der DarmkrebshĂ€ufigkeit um rund 60 %

  • Reduktion der Sterblichkeit um etwa 70 %

Trotzdem nutzen noch zu wenige Menschen dieses Angebot. Leskowschek streicht in diesem Zusammenhang auch die familiĂ€re Vorbelastung als zentralen Risikofaktor hervor: „Vor allem in Verbindung mit bestimmten genetischen Erkrankungen (Erbkrankheiten) ist das Risiko an Darmkrebs zu erkranken um bis zu 70 Mal höher als im Vergleich zur nicht betroffenen Bevölkerung.“ Der Experte empfiehlt, hier schon zehn Jahre bevor bei einem Verwandten 1. Grades Darmkrebs diagnostiziert wurde, zur Vorsorge zu gehen, spĂ€testens jedoch im Alter von 40 Jahren.

Ab heuer ist die Steiermark im Übrigen eines von zwei Pilot-BundeslĂ€ndern fĂŒr ein strukturiertes Screening-Programm gegen Darmkrebs. Das Programm richtet sich an Menschen im Alter zwischen 45 und 75 Jahren, die in den letzten zehn Jahren bei keiner Koloskopie waren bzw. keinen Blutstuhltest durchgefĂŒhrt haben.

 

Tabu brechen, Vorsorge stÀrken

Vorsorgekoloskopien erfolgen in der Regel im niedergelassenen Bereich oder in sĂ€mtlichen SpitalsverbĂŒnden der KAGes. Am Standort Leoben des LKH Hochsteiermark liegt der Fokus auf komplexen Folgeeingriffen, etwa bei großen Polypen oder Krebsvorstufen, wobei moderne endoskopische Verfahren zum Einsatz kommen.

DarĂŒber hinaus stehen spezialisierte Ambulanzen – etwa fĂŒr Kontinenz- und Stomaberatung – zur VerfĂŒgung. Diese bieten individuelle UnterstĂŒtzung und tragen wesentlich zur Verbesserung der LebensqualitĂ€t bei.

 â€žAusscheidung ist ein sensibles Thema, das oft mit Scham verbunden ist. Doch genau das fĂŒhrt dazu, dass viele Probleme zu spĂ€t erkannt werden“, so Siegmund.

Die KAGes setzt daher verstĂ€rkt auf AufklĂ€rung und Beratung: Ziel ist es, die Darmgesundheit aus der Tabuzone zu holen und frĂŒhzeitig PrĂ€vention zu ermöglichen.


Risikofaktoren und Warnzeichen ernst nehmen

Zu den wichtigsten Risikofaktoren zÀhlen:

  • FamiliĂ€re Vorbelastung und genetische Erkrankungen
  • Chronisch entzĂŒndliche Darmerkrankungen
  • Ungesunder Lebensstil (Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, fleischreiche ErnĂ€hrung)

Warnzeichen, die unbedingt abgeklÀrt werden sollten:

  • Sichtbares Blut im Stuhl
  • Anhaltende Verstopfung oder Durchfall
  • Unklare Bauchschmerzen

 

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MMag. Andrea Sittinger
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