Die KAGes ist beim Austausch radiologischer Bilder einzigartig gut vernetzt

Pressemitteilung

Jedes KAGes-Spital ist mit allen steirischen Radiolog*innen und radiologischen Instituten direkt vernetzt, um rasch und unkompliziert wechselweise auf Bilddaten von Röntgen-, Mammografie-, CT-, und MR-Untersuchungen zuzugreifen, wobei der Datenschutz stets gewahrt bleibt. Dadurch können Doppeluntersuchungen weitgehend vermieden werden, was sowohl die Patient*innen als auch das Gesundheitsbudget entlastet. Ein Überblick über den Informationsaustausch anlässlich des Internationalen Tages der Radiologie am 8. November.

Mitarbeiter sitzt vor mehreren Computermonitoren mit Befunden.
© medjobs.at

Ob Krankenanstalten, niedergelassene Radiolog*innen, radiologische Institute, betreuende Haus- und Fachärzt*innen – alle Genannten können in der Steiermark auf dieselben Röntgen-, CT- und MR- und Mammografie-Aufnahmen zugreifen, ohne dass irgendeine Untersuchung doppelt gemacht werden müsste. „In der Steiermark werden die Bilddaten fast aller radiologischen Ordinationen, Diagnostikzentren und allen Krankenanstalten im Langzeitarchiv der Steiermärkischen Medizinarchiv GmbH – kurz „marc“ – gespeichert. Die marc ist eine gemeinsame Tochterfirma der KAGes mit Siemens Healthineers. Werden von Ärzt*innen, radiologischen Instituten oder Krankenanstalten außerhalb der KAGes Aufnahmen angefordert und liegt die schriftliche Zustimmungserklärung des Patienten oder der Patientin vor, wird dem Anforderer die gesamte Bilderserie zur Verfügung gestellt“, erklärt Ing. Victor Grogger, Teamleiter für die E-Health-Agenden in der KAGes-Direktion für Digitalisierung und IT und Geschäftsführer des Tochterunternehmens marc. Mittlerweile sind in der marc Bildaufnahmen von über 50 Millionen Untersuchungen gespeichert.

Portraitfoto von Ing. Victor Grogger
Ing. Victor Grogger | © KAGes

Zudem können die Bilddaten radiologischer Untersuchungen aus der KAGes online in alle öffentlichen Krankenhäuser in Österreich versendet werden. Umgekehrt, wenn Patient*innen aus anderen Bundesländern in einem KAGes-Spital behandelt werden, können auch Röntgen-, CT- und MR-Bilder anderer Krankenanstaltenträger an die KAGes übermittelt werden.

Mit diesem einfachen Bilddatenaustausch werden Doppeluntersuchungen vermieden und den behandelnden Ärzt*innen stehen trotzdem alle relevanten Bildinformationen zur Verfügung. Weniger Doppeluntersuchungen bedeuten für die Patient*innen weniger Zeitaufwand sowie eine geringere Strahlenbelastung und für das Gesundheitssystem weniger Kosten.

 

Ein Beispiel für den Bilddatenaustausch:

Eine Steirerin wird von der Gynäkologin zur Mammografie in die Ordination eines Radiologen überwiesen. Aufgrund einer unklaren Gewebsveränderung schickt sie dieser in ein radiologisches Diagnostikzentrum zur Magnetresonanztomografie. Der verdächtige Knoten, so die Vermutung, sei ein gutartiges Gewächs, aus dem sich jedoch über die Zeit ein bösartiges entwickeln könne. Daher wird er vorsorglich operativ entfernt, wofür die Patientin an ein Brustgesundheitszentrum der KAGes überwiesen wird. Dort findet nach umfassender Diagnostik komplikationslos der chirurgische Eingriff statt. Der histologische (feingewebliche) Befund des entfernten Gewebes bestätigt die voll­ständige Entfernung des Knotens, womit die Therapie erfolgreich abgeschlossen ist.

Die Nähte entfernt der Hausarzt; die langfristige Nachsorge übernimmt wieder die betreuende Gynäkologin. Als ein paar Monate später eine befreundete Ärztin die genesene Frau besucht, sehen sie sich im KAGes-Patientenportal noch einmal die Mammografie- und MRT-Bilder sowie die Aufnahmen des Brust-Ultraschalls an.

 

Daten & Fakten

  • Sämtliche steirischen Krankenanstalten (nicht nur jene der KAGes), die radiologischen Institute und nahezu alle steirischen radiologischen Ordinationen archivieren ihre Bilddaten bei der marc (Steiermärkische Medizinarchiv GmbH). marc steht zu 52 Prozent im Eigentum von Siemens Healthineers und zu 48 Prozent im Eigentum der KAGes.

  • Auch Gesundheitseinrichtungen anderer Bundesländer nutzen bereits Dienste der marc. Mit ihrem Gesundheitsnetzwerk schafft die marc die digitalen Voraussetzungen, selbst große Datenmengen sicher dorthin zu übermitteln, wo sie benötigt werden.

  • Die KAGes archiviert ihre Untersuchungen bereits seit den 1990er-Jahren und seit Gründung der marc, also mittlerweile seit mehr als 24 Jahren, sind sie dort gespeichert.

  • Die Bilddaten von mehr als 50 Millionen radiologischen Untersuchungen sind bereits im Archiv von marc gespeichert und jederzeit abrufbereit.

  • Ärzt*innen der KAGes stehen in der Patientenbetreuung die aktuellen Bilddaten im Kurzzeitarchiv zur Verfügung, sie können aber auch auf sämtliche Voruntersuchungen zugreifen.

  • Für Nicht-KAGes-Ärzt*innen sind die Bilddaten der KAGes rückwirkend mit Jahresbeginn 2025 in der ELGA verfügbar, die österreichweite Anbindung wird durch die ELGA GmbH koordiniert und die radiologischen Bilddaten aus der Steiermark werden von marc bereitgestellt. Bilddaten aus dem Langzeitarchiv können auch direkt von marc angefordert oder proaktiv übermittelt werden.

  • Patient*innen können über das Patienten-Portal der KAGes unter www.kages.at/patienten-angehoerige/patientenportal Einsicht in ihre radiologischen Bilder nehmen, die in einem steirischen LKH gemacht wurden. Voraussetzung dafür ist die ID Austria.

  • Der Austausch von radiologischen Bilddaten unter Gesundheitsanbietern findet ausnahmslos unter Einhaltung der Datenschutz- und Sicherheitsrechte des/der Patient*in statt.

Eine Patientin wird mit einem radiologischen Großgerät untersucht.
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